Regionalkonferenz in Kaiserslautern

von Thomas Hilpp:

Am 5.11.2017 fand eine der acht Regionalkonferenzen im Stadion des FCK in Kaiserslautern statt.

Es waren über 600 Genossinnen und Genossen angereist, von der Partespitze waren anwesend Martin Schulz, Andrea Nahles, Heiko Maas, Malu Dreyer und Katharina Barley.

Die Veranstaltung fand in der sogenannten Fanhalle Nord statt und es war eine riesengroße Halle. Auf einer Seite war eine kleine Empore eingerichtet, wo einige kurze Reden gehalten wurden.

Martin begrüßte die angereisten Genossinnen und Genossen an diesem verregneten und nasskalten Sonntag. Bei seiner Begrüßung ging der erste lockere Satz leicht in die Hose: Über Martin war ein Plakat angebracht: FCK, unzerstörbar. Martin wies darauf hin, dass die SPD wie der FCK unzerstörbar sei. Unter den Anwesenden machte sich leichte Belustigung breit, da der FCK in dieser Saison so schlecht wie noch nie spielt und schwer mit dem Abstieg zu tun hat. Martin hat dies gleich gemerkt und ist dann auf den FC Köln umgestiegen, dessen Mitglied er sei. Mit grosser Überzeugung verkündete er, daß Köln an diesem Nachmittag Hoffenheim schlagen wird. Na ja, am Ende hat Hoffenheim 3:0 in Köln gewonnen.

Aber jetzt mal Spaß ohne. Martin hat eine sehr kurze aber prägnante Einführungsrede gehalten. Er hat nochmals auf das verheerende Wahlergebnis hingewiesen und auch auf seine Mitschuld für dieses Ergebnis (der Bürgermeister von Würselen war nicht so der Bringer, er hätte mehr seine Rolle als Europäer betonen sollen). Diese Selbstkritik kam an, der Partei ist aber klar, dass wir alle verloren haben. Der Beifall am Ende seiner Rede war gross, der Eindruck war eindeutig, dass die Menschen hinter Martin stehen.

Ablauftechnisch war es so, dass ungefähr 30 Stehtische in der Halle verteilt waren, auf jedem Stehtisch lagen mehrere grosse Papptafeln und Schreiber. Zwei Frage standen im Mittelpunkt: Wo steht die SPD nach der Wahl und wie kann die SPD die Menschen wieder erreichen.

Um die Stehtische waren jeweils 15 bis 20 Menschen gruppiert und dann wurden die Punkte diskutiert. Und genau das war geil, so stelle ich mir politische Diskussionen vor. Wildfremde Menschen stehen beieinander und diskutieren Antworten zu den gestellten Fragen. Es wurde heiss und vehement diskutiert, sollten die Antworten doch auf den Papptafeln notiert werden.

Ein Hauch von Dialektik wehte um die Tische. Aus These und Antithese wurde Synthese. Es waren teils schwierige aber sehr gewinnbringende Diskussionen, mussten doch gemeinsam erarbeitete Punkte gefunden werden.

Aber dies ist lebendige Politik. Faire und offene Diskussion. Alle bringen ihre Meinungen ein und ein Ergebniss muss gefunden werden. Und ganz wichtig, dieses Ergebnis gilt dann auch für alle.

Die anwesende Parteispitze hat sich im Raum verteilt und unter die Stehtische gemischt. Bei uns war eine zeitlang Martin zugegen und ich muss sagen, dass er in diesen Minuten mein Herz für sich gewonnen hat. Er war einer von vielen am Tisch, hat kontrovers mitdiskutiert und hat bei mir den Eindruck eines grundehrlichen, sehr sympathischen Menschen hinterlassen. Es war eine Freude.

Nach Ablauf einer Frist, ging von jedem Tisch eine Person mit den Ergebnissen nach vorne und hat jeweils den wichtigsten Punkt aus der Liste vorgestellt über den dann gesprochen wurde.

Das Ergebnis, neben den bekannten Forderungen, jünger und weiblich kann auf der Homepage der Partei nachgelesen werden. Ein paar wichtige Punkte für mich waren, dass die SPD wieder mehr den Kontakt zu den Menschen suchen muss, sei es als Ortsverein öffentlich präsent zu sein, sei es sich als Funktionsträger auch gegenüber den Menschen zu präsentieren. Ebenso müssen Gewählte und Kandidatinnen und Kandidaten nicht nur alle 4 Jahre vor der Wahl sich den Menschen zeigen und auf sie zugehen. Hierbei wurde auch darauf hingewiesen, dass die Ortsvereine eine größere finanzielle Unterstützung benötigen. Desweiteren wurde erkannt, dass die SPD wieder zu der Partei werden muss, die sich auch um die Menschen kümmert, die keine Lobby haben. Die Partei muss deutlich nach links rücken. Ich hatte das Gefühl, dass gerade dieser Punkt von den Genossinnen und Genossen mit Begeisterung aufgenommen wurde.

Alles in allem war dies eine großartige Veranstaltung. Die erarbeiteten Punkte sollen in den Leitantrag für den Bundesparteitag eingearbeitet werden (die entsprechende Mail habe ich verschickt, dort ist jeweils ein Link zu den Ergebnissen der Regionalkonferenz wie zum Vorschlag des Leitantrages enthalten).

Zum Abschluss möchte ich nochmal meiner Freude über diese Veranstaltung Ausdruck verleihen. So muss politisch diskutiert werden, dann kann man auch Menschen für die Politik, und vor allem für unsere großartige SPD, begeistern.

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